Mit EMS wie früher aussehen!

EMS steht für Electro–Myo–Stimulation. Den Ursprung hat EMS aus der Medizin, hier wird das Training mit Stromreizen in Reha-Kliniken und in Physiopraxen angewendet. Beate Rösch, Technical Managing Director der AmpliTrain GmbH, erklärt worauf man beim EMS-Anbieter sowie EMS-Training achten muss.

citysports.de: Komme gerade noch rechtzeitig vom Studiotraining zum Interviewtermin. Das war für mich ein bisschen stressig.

Beate Rösch: Genau das ist ein großer Vorteil von EMS-Training: Ein Zwanzig-Minuten-Workout, das immer zwischen den Terminen passt. In insgesamt 30 bis 40 Minuten - Studiotür rein und wieder raus - und man hat alle Muskelgruppen trainiert. EMS-Training lässt sich in den Alltag wesentlich leichter einbauen als andere Sportarten.

Aber hat man nach dem EMS-Training auch das tolle Gefühl, wie nach einer Sporteinheit?

EMS-Training ist ein zweckorientiertes Training, der Spaß ist zweitrangig. EMS-Training ist extrem effektiv, weil man die gesamte (auch die tieflegende) Muskulatur intensiv und maximal trainiert. Einmal in der Woche mit EMS trainieren ist ein perfekter Einstieg. Wer sportlich ist, kann es gut mit seiner Sportart wie z.B. Laufen kombinieren. Wer nur EMS machen will, kann es auch zweimal in der Woche nutzen. Auch bei EMS-Training sollte die Basis aller Empfehlungen die Trainingslehre sein.

Mehr EMS-Training als zwei Mal wöchentlich ist sicherlich auch nicht bezahlbar.

Viele EMS-Anbieter – vor allen Dingen die Studioketten – verkaufen
EMS-Training als etwas Exklusives. Aber: Ein EMS-Trainingsgerät ist nicht
teurer als zum Beispiel ein Laufband. Einige Studios nehmen 20,- Euro pro
Trainingseinheit. Für 20 Minuten auf einem Laufband würde kein Mensch 20,-
Euro bezahlen. Wenn man also 20 Euro für ein EMS Training bezahlt, dann
sollte die Leistung auch entsprechend sein. Wird das Training durch eine
qualifizierte Person betreut, sind 20 Euro sicherlich gerechtfertigt, aber
nur weil es EMS Training ist, muss der Preis sicherlich nicht automatisch
hoch sein. Im Durchschnitt kostet EMS derzeit zwischen 59,- Euro im Monat
bis hinauf zu 650,- Euro für eine 10-er Karte.

Wie kommt diese enorme Preisspanne zustande?

Wenn ein Personal-Trainer mit dem Gerät zu Dir nach Hause kommen soll, Dich berät und eine ganze Stunde das Training betreut, kostet das natürlich seinen Preis. Das kann schnell auch 80,- Euro und mehr pro Einheit kosten.

Für Qualität bezahlt man ja gern mehr. Aber, woran erkenne ich einen guten EMS-Anbieter?

Es muss nicht immer der teure Anbieter die beste Qualität bieten. Es gibt drei große Gruppen, die EMS-Training anbieten: Reine EMS-Studios, auch Mikrostudios genannt, Fitnessstudios sowie Personal-Trainer. Ich empfehle auf drei Sachen zu achten: auf den Strom, die Elektroden und die Qualifikation des Trainers.

Das ist mit einem geschulten Auge sicherlich leichter, aber was bedeutet das zum Beispiel für mich als EMS-Interessent?

Bei den EMS-Studios gibt es genauso große Unterschiede wie bei den Fitnessstudios. Wichtig ist, wenn man die Möglichkeit hat, bei drei EMS-Anbietern ein Probetraining zu vereinbaren. Beim EMS-Training erhält der Aktive einen Anzug oder eine Jacke (je nach Gerät mit dem das jeweilige Studio arbeitet), worin die Elektroden verborgen sind. Diese/r Jacke/Anzug haben vorher auch andere getragen. Also, genau darauf achten, ob die Jacke bequem ist, ob sie auch während des Training noch wirklich gut sitzt und wie sauber die Elektroden sind. Spätestens wenn die Elektrodenkleidung warm wird und unangenehm zu riechen beginnt, weiß man, wie die Sachen gepflegt werden. Viele Trainer machen zudem ganz viele Übungen wie u.a. Kniebeugen während der Trainingseinheit. Beim ersten Mal sollte man keine oder wenigstens nur wenige Übungen machen, damit man den Strom besser spürt.

Was ist daran so wichtig?

Es gibt auf dem Markt viele unterschiedliche Geräte mit unterschiedlichen Stromformen. Der Strom sollte sich gleichmäßig über den ganzen Körper verteilen und zu flächigen Kontraktionen führen und nicht nur zu einem heftigen Krampf an einzelnen Stellen.

Entschuldigung, das musst Du mir näher erklären.

Fühlt sich der Strom gut an? Es gibt EMS-Systeme deren Strom nur die Nerven reizt und so zu sehr heftigen krampfartigen Kontraktionen führt. Das ist eher unangenehm. Geräte wie der AmpliTrain® haben den Vorteil, dass man den Strom unterschiedlich gestalten kann. Die Einstellungen passen sich an das Trainingsziel an wie zum Beispiel Abnehmen, Ausdauer, Kräftigung der Wirbelsäule. Dadurch ist das EMS-Training mit AmpliTrain® abwechslungsreicher, spannender, effektiver. 

Dazu kann aber auch der Trainer beitragen.

Den sollte man unbedingt nach seiner Qualifikation, besonders hinsichtlich EMS fragen und sich ruhig auch die Scheine zeigen lassen. Es gibt viele, die erzählen, was sie alles Tolles gemacht haben, waren aber letztendlich nur auf einer Wochenendveranstaltung. Ein gutes Studio hängt die Qualifikationen, die Zertifikate der Trainer am besten aus. Meine Erfahrung hat verdeutlicht, wer allgemein sportgesund ist, kann gut in einem Fitnessstudio oder Microstudio EMS trainieren, wer aber Verletzungen oder ein sehr spezielles Ziel vor Augen hat, der sollte sich von einem qualifizierten Trainer bzw. vom Therapeuten betreuen lassen.

Für viele Aktive ist auch Muskelkater ein Indiz für effektives Training.

Aber gerade das ist falsch. Niederfrequente Geräte verursachen meist extremen Muskelkater. Das ist bei AmpliTrain® nicht der Fall. Kein physiologisch hochwertiges Training verursacht heftigen Muskelkater. Und schon daran erkennt man ein gutes EMS-Gerät – wenn es physiologisch hochwertigen Strom nutzt, dann hat man auch keinen starken Muskelkater.

Wer macht denn typischerweise EMS-Training?

Menschen, die wenig Zeit haben wie etwa Selbstständige oder Frauen mit Doppelbelastung etc. Viele schieben die EMS-Einheit zwischen zwei beruflichen Terminen oder nutzen mal eben die Mittagspause - meistens Frauen und Männer ab 35 Jahre. Frauen haben aber oft ein anderes Interesse als Männer. Sie gehen nicht wegen Muskelaufbau an die Geräte, sondern wollen Abnehmen, etwas gegen die Rückenprobleme unternehmen oder ihre Figur straffen. Männer wollen wie früher aussehen.

Muss immer ein Fachmann das Gerät bedienen oder kann man das auch allein?

Eigentlich ist jeder in der Lage, das Gerät zu bedienen. Man drückt auf Start und hat zudem 6 oder mehr Knöpfe, um die Stromstärke zu regulieren. Die Knöpfe zeigen Bilder wie Arme, Beine ... Zudem spürt man, wo sich was tut. Trotzdem ist immer wichtig, dass ein Trainer in der Nähe ist, der hilft, korrigiert und motiviert.

Irgendwie stelle ich mir EMS-Training einsam vor, ein Gerät irgendwo in der Ecke ...

Nein, auch EMS-Gruppentraining ist möglich. Einige Studios bieten EMS bereits wie ein Kursprogramm auf der Trainingsfläche an. Ob Rückenkurs, Fatburner, Bauch/Beine/Po. Dann ist EMS-Training sozialer und bringt auf jeden Fall auch mehr Fun.

Vielen Dank für das Interview.

Interview: citysports.de, Anne Nyhuis, März 2013

Interviewpartnerin Beate Rösch

Beate Rösch ist seit 1990 in der Physiotherapie tätig (Ausbildung in Brlin/Salzburg/Neustadt/ Weinstraße), ausgebildete Sportphysiotherapeutin und Osteopathin. Beate Rösch begann 1996 ihre Laufbahn in der Fitnessbranche als Inhaberin eines Fitnessstudios. Im Mai 2003 eröffnete sie das erste reine Ganzkörper-EMS-Studio in Deutschland und ist jetzt Technical Managing Director der AmpliTrain GmbH. 

AmpliTrain GmbH

Die AmpliTrain GmbH baut das einzigartige GK-EMS-Trainingssystem mit MET-Strom.