Strom der schön macht!

Seine Muskelgruppen mit Strom mit kurzen Trainingseinheiten zu stärken, das ist mit der EMS-Trainingsmethode möglich. Was genau dahinter steckt und wie das funktionieren kann, erklärt AmpliTrain-Geschäftsführerin Beate Rösch.

citysports.de: Morgen werde ich mein erstes EMS-Training absolvieren. Ein bisschen mulmig ist mir bei dem Gedanken schon. Ist das nicht gefährlich an Strom angeschlossen zu werden?

Beate Rösch: Dazu gibt es keinen Grund. Wir reden nicht über den klassischen Strom aus der Steckdose, EMS-Training erfolgt mit sogenanntem Bio-Strom, womit man ausdrücken will, dass der Strom beim EMS-Training dem Strom nachempfunden ist, den der Körper selber auch nutzt. Ganz viele Körperfunktionen wären ohne Strom gar nicht möglich. Man kann sagen, es gebe kein menschliches Leben ohne elektrischen Strom. Und EMS baut diesen körpereigenen Storm nach um damit dann im Körper Muskeltraining zu bewirken. Im ersten Moment ist es natürlich gewöhnungsbedürftig, denn man spürt das Britzeln. Doch nach ein paar Minuten ist das ganz normal.

Training durch Strom finde ich nicht normal. Was verbirgt sich genau hinter EMS-Training?

EMS bedeutet Elektromyostimulation. Die Geschichte ist auch gar nicht so neu. Bereits 1910 wurde das erste Gerät patentiert. Um den Jahrhundert- wechsel wurde von Ärzten viel mit Strom gearbeitet. Sicherlich war es teilweise nur Hokuspokus. Irgendwann wurde Strom in der Medizin sogar verboten und als man dann die Möglichkeiten des Stromes wiederentdeckte, entstand die Elektrotherapie die dann in die Physiotherapie geschoben wurde. Früher wurde überwiegend Schmerz damit behandelt, heute werden auch Muskeln trainiert. Die Technik dahinter ist exakt dieselbe.

Können Sie mir die Technik bitte genauer erklären?

Wenn Sie sitzen und aufstehen wollen, schickt das Gehirn ein Signal über die Nerven an den Muskel und man steht auf. Dieser elektrische Impuls, den das Gehirn über die Nerven zum Muskel leitet, wird bei niederfrequenten Reiz- stromgeräten nachgebaut und vom Gerät über die Elektroden durch die Haut an die Nerven gegeben. Der Weg wird sozusagen abgekürzt. Dieser stimulierenden Elektroimpulse setzen den biochemischen Prozess der Muskelkontraktion in Gang. Einfach gesagt: Der Muskel wird über den Nerv durch den niederfrequenten Strom, kurz NF,  bewegt. Die verschiedenen EMS-Systeme versuchen dann so viele Elektroden wie möglich am Körper zu platzieren um möglichst viele Nerven zu reizen und somit möglichst viele Muskeln des Körpers zur Kontraktion zu bringen. Und Muskelkontraktionen sind schließlich genau das, was es für Muskeltraining braucht.

Arbeitet AmpliTrain auch mit der NF-Methode?

Jahrelang habe ich mit NF gearbeitet, mit der Form ist man allerdings eingeschränkt. Man kann damit sehr gut Kraftausdauer  trainieren, aber mehr nicht. MET (eine hüllkurvenmodulierte Mittelfrequenz) macht es erst möglich, wahlweise Nerv und/oder die Muskelzelle direkt zu erreichen. Ich kann sozusagen den Nerv, den Vermittler, umgehen. Je nach Trainingsziel kann das entscheidend sein um ans Ziel zu kommen. Bei Krafttraining benötige ich den Nerv - für Muskelaufbau oder Ausdauertraining ist der Nerv eher ein limitierender Faktor. AmpliTrain-Geräte arbeiten mit der MET, weil diese Stromform den Stoffwechsel im Gewebe massiv verbessert und weil sie es ermöglicht, zielgenau  - egal ob Muskelaufbau, Muskelkraft, Ästhetik, Fitness, Haltung, Ausdauer oder Körpertherapie gewünscht sind – das individuelle Trainingsziel zu erreichen.

Sollte man sich vor dem EMS-Training über die Geräte informieren?

Das ist eine Frage des Anspruchs. Die MET ist physiologischer, kann mehr, und ist somit nicht nur das gesündere, sondern vor allem auch das effektivere Training. Das ist für Otto-Normalverbraucher, der gerade erst nach 20 Jahren auf dem Sofa ein Training beginnt, noch nicht so entscheidend, aber je höher der Anspruch oder je wichtiger ein zielgerichtetes Training ist, desto über- legener ist die MET den bisher genutzten Stromformen in der EMS. Langfristig gesehen, macht es aber auf jeden Fall Sinn mit MET-Geräten zu trainieren. Wichtig ist, das eigene Ziel zu kennen.

Klare Vorstellungen und Vorgaben haben natürlich Leistungssportler …

Nicht nur, es reicht ein einfaches Ziel. Möchte man für seine Sportart die Rumpfmuskulatur stabilisieren, dann ist das möglich. Oder einfach nur Abnehmen.

Welche positiven Seiten hat das EMS-Training noch?

Gleichzeitige Stärkung nahezu aller Muskelgruppen – ein schonendes Ganzkörpertraining.

Bei einem klassischen Gerätetraining dauert es sehr lange, bis ich den Parcour für alle Muskeln durchhabe. In unterschiedlichen Veröffent- lichungen habe ich gelesen, dass eine Einheit von 10 Minuten 8 Stunden Gerätetraining ersetzen soll – ist das wahr?

Mit so etwas oder mit „1 x monatlich mit EMS trainieren reicht“ werben Firmen gerne. Das kann aber nicht stimmen. Klar ist, zeitgleich beansprucht man alle Muskelgruppen. Bis ich diese mit einem Gerätetraining durchhabe, benötigt man ca. 2 Stunden. Nichtsdestotrotz muss ein Aktiver die Grundregeln der Trainingslehre beachten und daher bedarf es einer gewissen Reizdichte, um auch physiologisch relevante Effekte zu erzielen. EMS bedeutet nicht, dass man nur alle 14 Tage, sondern regelmäßig trainiert. Das Gute ist dabei: Man benötigt dafür nicht viel Zeit. Mit allem drum und dran, ist man in höchstens 30 Minuten fertig.

Aber, das kann doch trotzdem kein Ersatz für Sport in der Natur, an der frischen Luft sein oder sehen Sie das anders?

Ich würde EMS nicht als Sport betrachten, sondern als Trainingsmethode. Es gibt momentan keine effektivere, schonendere Methode, ohne Belastung der Gelenke, die Muskeln zu aktivieren. Es ist eine gute Ergänzung zu einer Sportart. Keine Sportart trainiert alle Muskeln, es fehlt immer eine Gruppe. Beim Laufen z.B. beansprucht man nicht so stark die Arme. Trotzdem ist es für das Laufen von Vorteil, wenn ihr ganzer Körper stabil ist.

Klingt einleuchtend und somit sicherlich ein effektiver Sport für Menschen, die abnehmen wollen, für Unsportliche sowie Menschen mit wenig Zeit.

Mit dem Basistraining einmal in der Woche kann man den ganzen Körper kräftigen. Geht es meinem Körper gut, fällt mir auch alles andere leichter. Anfangs damit abzunehmen, um dann eine Sportart zu betreiben, ist auch zu empfehlen, weil man die Gelenke beim EMS-Training schont.

Können Sie mir noch etwas mit auf dem Weg für mein morgiges erstes EMS-Training geben?

Sie sollten zwei Probetrainings absolvieren. Beim ersten Mal spürt man meistens nur den Strom und nicht die Muskelkontraktion. Dann wünsche ich Ihnen einen qualifizierten Trainer, der nicht nur die Knöpfe reguliert, sondern sie eingehend berät. Erst, wenn sich der Körper mit der Sache vertraut gemacht hat, kann man auch Spaß am EMS-Training haben.

Vielen Dank für das Interview.

Interview: citysports.de, Anne Nyhuis, April 2011

AmpliTrain GmbH

Die AmpliTrain GmbH baut das einzigartige GK-EMS-Trainingssystem mit MET-Strom. Mehr Informationen unter www.amplitrain.de.