Ninjutsu

Ninjutsu

Vor Jahrhunderten entstanden im feudalen Japan (z. B. in der Provinz Iga) „Ninja-Familien". Die Ninja (Schattenkrieger) führten, bewaffnet oder unbewaffnet, Attentate und Sonderaufgaben aus, betätigten sich als Kundschafter und Spione und behaupteten sich in unwegsamen Regionen. Sie waren keine regulären Krieger, nahmen nicht an Schlachten teil und fühlten sich nicht an den Ehrenkodex der Samurai gebunden. Bereits um 600 bediente sich Prinz Taishi der Ninja und Kunoichi (weibliche Ninja) als Kundschafter.

Die einzelnen Ninja-Clans entwickelten unterschiedliche, komplexe Selbstverteidigungspraktiken beziehungsweise Stile (zum Beispiel die Togakure-NinjutsuRyu), die von Kindheit an geübt, innerhalb der Familie weitergegeben und streng geheim gehalten wurden. Sie passten sich mit Geschick ihrer Umgebung an und verwendeten spezielle Waffen und Werkzeuge, wie zum Beispiel das Blasrohr (mit vergifteten Pfeilen!) oder ein Seil mit Wurfanker (Kaginawara), das sie zum Klettern und als Waffe benutzten. Typische Ninjawaffen sind der handliche Wurfstern „Shuriken", der früher häufig vergiftet eingesetzt wurde und der „Shogei", ein Dolch mit Haken, Kette und Eisenring.

Die Ninja benutzten bestimmte Überlebensstrategien, galten als Meister der Tarnung und waren wegen ihrer speziellen Kampfkünste (Ninjutsu) gefürchtet. Bei ihren Einsätzen benutzten sie unbewaffnete Kampftechniken (Taijutsu), Schwerttechniken (Ken-po), Speertechniken (Yari-jutsu) sowie Kette und Sichel (Kusarigama). Sie verwendeten Wurfgeschosse (Shuriken-jutsu) und benutzten auch Feuer, Handfeuerwaffen (Teppo) und Sprengmitteln (Kajutsu) sowie weitere Geheimkünste. Seit einigen Jahren ist „Ninpo" auch in Europa bekannt geworden. In Deutschland fanden inzwischen mehrere „Ninja-Festivals" statt.

Copyright: Kampfsport Lexikon