Schwimmen

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Schwimmen

1 Einleitung

Schwimmen, Fortbewegung auf dem Wasser mit Hilfe von Arm- oder Beinbewegungen, gewöhnlich als Sport oder Freizeitbetätigung. Da dem Menschen die Fähigkeit zu schwimmen nicht angeboren ist, muss er sie erlernen. Im Gegensatz zu Landsäugetieren, deren Vorwärtsbewegung im Wasser dem Laufen ähnelt, haben Menschen verschiedene Schwimmstile und Körperbewegungen entwickelt, mit denen sie im Wasser schnell vorankommen. Diese Stile bilden die Grundlage des Wettkampfschwimmens als Sport.

Strömungen und Gezeiten können das Schwimmen im Meer gefährlich machen. Doch gelang es manchen Schwimmern beispielsweise, Gewässer wie den Ärmelkanal zu durchqueren.

Schwimmen war im alten Rom und Griechenland, insbesondere als Training für Soldaten, sehr beliebt. In Japan wurden im 1. Jahrhundert v. Chr. Schwimmwettkämpfe durchgeführt. Doch im Mittelalter, als Schwimmen und Baden in Gewässern mit den damals immer wiederkehrenden epidemischen Krankheiten in Zusammenhang gebracht wurde, kam das Schwimmen in Europa außer Mode. Im 19. Jahrhundert hatte man dieses Vorurteil aufgegeben, und in unserem Jahrhundert ist Schwimmen nicht nur ein Mittel, um in Notfällen zu überleben oder Leben zu retten, sondern auch eine wertvolle Methode der Heilgymnastik und eine der gesündesten Formen körperlicher Bewegung. Bei keiner anderen Bewegungsform werden so viele Muskeln im Körper derart umfassend beansprucht.

2 Techniken

Haupthindernis für das Schwimmenlernen ist die Angst unterzugehen. Es wurden beachtliche Fortschritte bei der Entwicklung von Methoden erzielt, um diese psychologische Barriere abzubauen. Heute beginnt der Unterricht oft im Kleinkindalter. Es ist zwar möglich, Personen fortgeschrittenen Alters das Schwimmen beizubringen, aber je früher man schwimmen lernt, umso einfacher ist es. Schwimmunterricht ist notwendig, um die korrekte Koordination von Arm- und Beinbewegungen und Atmung zu lernen. In vielen Teilen der Welt ist Schwimmunterricht Teil der schulischen Lehrpläne.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts haben sich folgende Schwimmstile herausgebildet: Kraulschwimmen (auch als Freistil bezeichnet, weil es bei der Wettkampfdisziplin „Freistil” der ausschließlich benutzte Schwimmstil ist), dessen erste Version in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts von dem englischen Schwimmer John Arthur Trudgen entwickelt wurde; Brustschwimmen, der älteste Schwimmstil (seit dem 17. Jahrhundert bekannt); Delphinschwimmen, in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts von Henry Myers und anderen amerikanischen Schwimmern entwickelt und in den fünfziger Jahren als besonderer Schwimmstil anerkannt; Seitenschwimmen, der Grundstil in den frühen Jahren des Wettkampfschwimmens, der aber heute nur noch im Breitensport Anwendung findet.

2.1 Kraulschwimmen

Beim Kraulschwimmen zieht der Schwimmer abwechselnd seine nach vorn ausgestreckten Arme mit der Handfläche nach unten durch das Wasser, während der andere Arm mit entspanntem Ellbogen wieder durch die Luft nach vorn bewegt wird. Die Armbewegungen werden durch wechselseitige Ab- und Aufwärtsbewegung der Beine unterstützt. Man rechnet mit etwa vier bis acht Beinschlägen pro Armbewegung. Die richtige Atmung ist bei diesem Schwimmstil sehr wichtig. Ein Bewegungsablauf beider Arme wird mit einem Ein-aus-Atemvorgang verbunden: Der Schimmer atmet mit dem Mund ein, indem er den Kopf in die Richtung des Armes wendet, der vorschwingt und atmet dann unter Wasser aus, wenn der andere Arm aus dem Wasser wieder zum Vorschein kommt.

2.2 Brustschwimmen

Beim Brustschwimmen befindet sich der Schwimmer in Strecklage möglichst parallel zur Wasseroberfläche – die Arme sind geradlinig nach vorn gerichtet mit den Handflächen nach unten – und führt die folgende Reihenfolge von horizontalen Bewegungen durch: Die Hände werden vor der Brust nach vorne bewegt, dann werden die Arme unter der Wasseroberfläche nach hinten gezogen. Die Beine werden dicht zum Körper hin angezogen, mit Knien und Zehen nach außen gedreht und dann gegrätscht, wenn sich die Arme wieder in Ausgangsposition befinden. Dann beginnt der Bewegungsablauf erneut. Der Schwimmer atmet unter Wasser aus. Die Armzüge müssen seitlich und nicht senkrecht erfolgen, ein wichtiger Punkt beim Wettkampfschwimmen.

2.3 Delphinschwimmen

Beim Delphinschwimmen (auch Schmetterling genannt) werden beide Arme über dem Wasser nach vorne geführt und dann synchron unter Wasser nach hinten gezogen. Die Bewegung der Arme erfolgt ohne Unterbrechung und wird von einer wellenförmigen Bewegung der Hüften begleitet. Die Beine werden gleichzeitig auf- und abbewegt. Zwei Beinschläge werden während eines Armzuges ausgeführt. Bis zum Anfang der Schwungphase wird eingeatmet, das Ausatmen erfolgt unter Wasser.

2.4 Rückenschwimmen

Das Rückenschwimmen hat vom Bewegungsablauf Ähnlichkeit mit dem Kraulstil, wobei sich der Schwimmer jedoch in der Rückenlage befindet. Abwechselnd wird ein Arm neben dem Bein vorgeschwungen und über den Kopf geführt, wobei die Handfläche nach außen gewandt ist, während der andere Arm den Körper durch das Wasser zieht. Mit den Beinen wird der Kraulbeinschlag ausgeführt. Während eines Armzuges wird einmal geatmet.

2.5 Seitenschwimmen

Das Seitenschwimmen wird vor allem im Breitensport benutzt. Es ist hilfreich als lebensrettende Technik und eignet sich zum Langstreckenschwimmen, weil es nicht so hohe körperliche Anforderungen stellt wie die anderen Schwimmstile. Außerdem ist dieser Stil im Rahmen des Freizeitschwimmens beliebt, weil der Kopf immer über Wasser bleibt. Der Schwimmer befindet sich in Seitenlage und bewegt abwechselnd die Arme. Der Arm unter Wasser zieht von unterhalb des Körpers nach oben über den Kopf, nach vorne außen und wird dann wieder zum Oberschenkel zurückgeführt; der obere Arm wird nach unten zum Oberschenkel und dann wieder nach vorn zur Brust geführt. Die Beine öffnen sich leicht und schlagen dann kräftig zusammen, wobei sie einen vorwärts treibenden Scherenschlag ausüben, bevor sie gestreckt werden.

3 Wettkampf

Bei offiziellen Wettkämpfen werden folgende Lagen bzw. Strecken geschwommen: 50, 100, 200 und 400 Meter Freistil (außerdem bei den Frauen 800 Meter, bei den Männern 1 500 Meter); 100 und 200 Meter Brust; 100 und 200 Meter Rücken; 100 und 200 Meter Delphin; 200 und 400 Meter Lagen. Es gibt bei Männern und Frauen folgende Staffelwettbewerbe: 4 × 100 Meter und 4 × 200 Meter Freistil sowie 4 × 100 Meter Lagen. Die Wettbewerbe werden normalerweise in 50 Meter langen Becken ausgetragen, es gibt mittlerweile aber auch offizielle Meisterschaften auf der Kurzbahn (25 Meter). 1998 standen erstmals auch Langstreckenwettbewerbe auf dem Programm der Weltmeisterschaften, wobei nicht im Becken, sondern in einem Gewässer geschwommen wird; die Streckenlänge beträgt bei Männern und Frauen fünf und 25 Kilometer, außerdem ein Mannschaftswettbewerb über die gleichen Distanzen. Beim Lagenschwimmen werden alle vier Stile in einer bestimmten Reihenfolge ausgeführt. Delphin-, Rücken-, Brust- und Kraulschwimmen beim Einzelwettbewerb, Rücken-, Brust-, Delphin- und Freistilschwimmen in der Staffel. Beim Einzelwettbewerb schwimmt jeder Athlet nacheinander alle vier Lagen, in der Staffel schwimmt jedes Mitglied jeweils eine Lage.

Langbahnmeisterschaften werden in Becken von 50 Metern Länge und 21 Metern Breite ausgetragen. Die Wassertiefe muss gleichmäßig sein und beträgt zwischen 1,80 und 2,50 Meter. Das Becken wird mittels Schwimmleinen mit Schwimmern aus Kork oder Kunststoff in acht Bahnen von jeweils 2,50 Meter Breite eingeteilt. Jede Bahn ist auf dem Beckenboden durch einen schwarzen Streifen markiert, der zwei Meter vor dem Beckenrand endet. Um für das Rückenschwimmen die Wendelinie zu markieren, befindet sich 1,80 Meter über der Wasseroberfläche und fünf Meter vor dem Beckenrand ein Seil, das mit roten Flaggen bestückt ist. An einem Ende des Beckens befinden sich zum Zweck der elektronischen Zeitmessung die so genannten Anschlagmatten (2,45 × 1,10 Meter). Gestartet wird von Startblöcken, deren Trittfläche 50 × 50 Zentimeter beträgt und 75 Zentimeter über der Wasseroberfläche liegt. Diese Blöcke sind von rechts nach links durchnummeriert und dürfen in Richtung Wasseroberfläche eine Neigung bis zu zehn Grad besitzen. Für den Start beim Rückenschwimmen sind 45 Zentimeter über dem Wasserspiegel Griffe angebracht.

Bei Wettkämpfen wachen mindestens acht Offizielle über den regelgerechten Ablauf der Bewerbe: ein Schiedsrichter, ein Starter, mindestens zwei Platzierungsrichter, zwei Schwimmrichter und zwei Wenderichter. Wer mehr als einen Fehlstart verursacht, wird disqualifiziert. Die Wassertemperatur beträgt zwischen 24 und 28 ºC.

3.1 Geschichte

Wettkampfschwimmen ist bereits seit der Antike überliefert. Seit dem 16. Jahrhundert wuchs das Ansehen des Schwimmens als sportliche Übung. In Deutschland enstand 1774 in Frankfurt am Main die erste Badeanstalt. Bei den Männern gehört Schwimmen seit 1896 in Athen zum Programm der Olympischen Spiele, seit 1912 auch bei den Frauen. 1883 wurden bei den Männern die ersten deutschen Meisterschaften ausgetragen, 1906 bei den Frauen. Europameisterschaften gibt es bei den Männern seit 1926, bei den Frauen seit 1927. Weltmeisterschaften fanden 1973 erstmals statt (seither alle vier Jahre). Der Europapokal wird seit 1969 ausgetragen und findet alle zwei Jahre statt. Der Dachverband des internationalen Schwimmsports ist die Fédération Internationale de Natation Amateur (FINA; gegründet 1908, Sitz in Barcelona). Der nationale Verband in Deutschland ist der Deutsche Schwimm-Verband (DSV; gegründet 1886, Sitz in München), in Österreich der Verband Österreichischer Schwimmvereine (VÖS; gegründet 1899, Sitz in Wien) und in der Schweiz der Schweizerische Schwimmverband (SSCHV; gegründet 1918, Sitz in Liebefeld). Diese Verbände betreuen neben dem Sportschwimmen auch Wasserspringen, Synchronschwimmen und Wasserball.

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